Meine Haltung
In meiner reittherapeutischen Arbeit begegne ich Jedem als eigenständige, wertvolle Persönlichkeit. Meine Haltung ist geprägt von Respekt, Wertschätzung und einer konsequent vorurteilsfreien Begegnung. Jeder darf so sein, wie er ist – mit seiner eigenen Geschichte, seinen Erfahrungen und seinem individuellen Ausdruck.
Ich arbeite ressourcenorientiert und begegne Jedem ohne Bewertungen oder festgelegte Erwartungen. Der Blick richtet sich nicht auf Defizite, sondern auf vorhandene Stärken, Fähigkeiten und Potenziale. Entwicklung und Lernen entstehen dort, wo man sich gesehen, angenommen und sicher fühlt.
Um den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, findet meine Arbeit überwiegend im Einzelsetting statt. So erhält Jeder die Zeit und den Raum, den er braucht, um sich ohne Leistungsdruck oder Vergleich entfalten zu können. Für die Förderung sozialer Kompetenzen arbeite ich ergänzend in Kleingruppen. Diese werden bewusst klein gehalten und von einer weiteren helfenden Person begleitet, sodass auch im Gruppensetting eine individuelle Begleitung möglich ist. Das Pferd nimmt in meiner Arbeit eine zentrale Rolle ein. Als sensibles, fein reagierendes Wesen begegnet es Jedem authentisch, unmittelbar und wertfrei. Die rhythmischen Bewegungen des Pferdes können Wahrnehmung, Motorik, Körperschema und Gleichgewicht fördern und gleichzeitig emotionale Entwicklungsprozesse, Selbstregulation und Selbstwirksamkeit unterstützen.
Reittherapie bedeutet für mich nicht ausschließlich Reiten. Je nach Zielsetzung, Entwicklungsstand und aktueller Tagesform kann eine Einheit auch andere förderliche Schwerpunkte haben – etwa das Führen des Pferdes, Bodenarbeit, Pflege- und Versorgungsaufgaben oder ruhige Begegnungen im gemeinsamen Tun. Auch diese Erfahrungen sind wertvolle Bestandteile des therapeutischen Prozesses.
Ich gestalte meine Stunden bewusst reizarm und überschaubar. Mit wenigen, gezielt eingesetzten Materialien schaffe ich ein ruhiges und entspanntes Umfeld, das Sicherheit vermittelt und Überforderung vermeidet. Besonders Kinder und Jugendliche mit erhöhter Reizsensibilität profitieren von klaren Strukturen und einem achtsamen Rahmen. Ein zentrales Anliegen meiner Arbeit ist es, dass sich niemand beobachtet, bewertet oder kontrolliert fühlt. Stattdessen entsteht ein geschützter Raum, in dem Vertrauen wachsen darf, Grenzen respektiert werden und individuelle Entwicklung möglich wird. Ich begleite diesen Prozess achtsam, transparent und auf Augenhöhe.
Reittherapie verstehe ich als ganzheitliche Entwicklungsbegleitung – individuell, beziehungsorientiert und getragen von der Überzeugung, dass Jeder in seinem eigenen Tempo wachsen darf.
Ich freue mich auf euch!